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© Thomas Leupold

Käpt´n Huck voll auf Kurs

Marco Huck - Vom Kickboxerweltmeister zum Box-Champion
Seine Fans und auch seine Gegner nennen ihn ehrfurchtsvoll "Captain Huck". Und wenn man als neutraler Ringbeobachter seine energische, boxerische Wildheit innerhalb des Seilgevierts sieht, möchte man ohne weiteres glauben, dass dieser Spitzname nicht nur von der Namensgleicheit mit dem Peter Pan-Gegenspieler rührt.
Auch im wahren Leben schon immer ein Kämpfer, wuchs Huck in sehr einfachen Verhältnissen halb in Bosnien, halb in Bielefeld auf.
Marco Huck gilt zwar als Spätstarter, weil er erst mit 18 zum Boxsport kam, aber seine Referenzen für einen Wechsel der Sportart damals waren schon recht eindrucksvoll. Als jüngster Kickboxweltmeister aller Zeiten nämlich erschien der 1,87 meter große Linksausleger im Gym des BC Vorwärts Bielefeld. Nach 2 Amateuerjahren, in denen er alle 15 Kämpfe gewann, war 2004 der Aufstieg zum Profi im Stall von Wilfried Sauerland unausweichlich. Unter den Fittichen von Kulttrainer Ulli Wegner wurde er schnell zu einem Star in der bis dato etwas lahmen Szene des Cruisergewichts, boxte erfolgreich z.B. den früheren Amateurweltmeister Michael Simms.
Hucks Stärke resultiert aus seiner sehr offensiv Art des Boxens. Hier spiegelt sich sein Charakter deutlich wieder. Er ist von Beginn meist sehr beherzt und aggressiv bei der Sache, diese Eigenschaft gepaart mit einem extrem harten Punch machen Marco Huck zu einem sehr wirkungsvollen KO-Schläger . So konnte er immerhin schon 20 seiner 25 Profisiege per Knockout beenden. Kein Wunder, dass er Mike Tyson als sein sportliches Idol anführt.
Sein temperamentvoller und bisweilen recht unbesonnener Boxstil wären ihm aber schon einmal fast zum Verhängnis geworden. Im EU-Titelkampf gegen den Italiener Pietro Aurino kam seine kickboxerische Vergangenheit zum Vorschein, denn Huck wußte sich gegen die unsportlichen Kopfstöße seines Gegeners nur mit einem Knietritt zur Wehr zu setzen. Trotzdem gewann er diesen von beiden Seiten leicht unorthodox geführten Fight noch.
Seine einzige Niederlage musste er ausgerechnet im bislang einzigen WM-Kampf gegen IBF-Champ Steve Cunningham einstecken. Nach einem nur 2-monatigen Gastspiel bei Manfred Wolke kehrte Huck reuemütig zu Ulli Wegner zurück. Durch die gewonne Einsicht, die Verantwortung für die Niederlage bei sich und nicht beim Trainer zu suchen, ging es dann wieder aufwärts- sofern man nach einem verlorenen Kampf überhaupt von einer Karriere-Talsohle sprechen kann.
Mittelerweile darf sich der sympathische Wahlberliner seit September 2008 sogar amtierender Cruisergewichts-Europameister nennen.
Kriegt Huck seine partielle Unbeherrschtheit in den Griff, dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, wann er auch den derzeitigen World-Champions die HUCKe vollhaut.
Also Marco- etwas weniger Tyson und dafür ein Hauch mehr Maske, dann klappt´s auch mit dem WM-Gürtel!

tk - sportbasis.com
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